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Fledermausnacht am Roten Haus

am Samstag, den 29.08.2020

mit der Dämmerung kommen die Fledermäuse - Foto: NABU: Madlen Schimkat
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mit der Dämmerung kommen die Fledermäuse - Foto: NABU: Madlen Schimkat

Sie sind nicht besonders niedlich, man kann sie nicht streicheln, ja nicht einmal in Ruhe betrachten lassen sie sich... dennoch haben sie einen ganz besonderen Charme: Fledermäuse.

Das sahen auch die etwa 50 Interessierten am letzten Samstag so, die gekommen waren, um sich über die Lebensweisen, Gefährdungen und Schutzmöglichkeiten der Tiere zu informieren und auszutauschen. Natürlich wollten wir sie auch alle sehen, die „blutsaugenden Vampire“.

Tatsächlich fressen Fledermäuse am Liebsten Käfer oder andere Insekten, die sie im Flug mittels Echoortung aufspüren und dann in akrobatischen Flugmanövern fangen und verspeisen. Dennoch: ganz unbegründet sind die Geschichten um die Blutsauger jedoch nicht, denn es gibt sie wirklich, Vampirfledermäuse, die sich vom Blut anderer Tiere ernähren. Weltweit sind das allerdings nur vier von über 1.100 Arten und sie kommen ausschließlich in Süd- und Mittelamerika vor. Kein Grund zur Beunruhigung also für uns, hier am Dippelsdorfer Teich.

Da Fledermäuse erst in der Dämmerung aus ihren Tagverstecken kommen, um zu jagen, war noch Zeit, sich über die die Tiere näher zu informieren. Wie sieht ein Fledermauskasten aus und wie und wo hängt man ihn auf, damit die Tiere sich auch darin wohl fühlen? In einem Film vom NABU Brandenburg ist zu erfahren, dass Fledermäuse auch beringt und teils besendert werden, um mehr über ihr Verhalten zu erfahren. Spannend sind auch die „Batdetektoren“, Geräte, mit denen die Fledermausrufe aufgenommen und später ausgewertet werden können. Denn nicht jede Art kann man im Vorbeiflug erkennen. Josepha Ewert erklärt, welche Arten bei uns vorkommen, wie man sie unterscheidet und welche Besonderheiten sie haben.

Die Kinder basteln Fledermausmasken und lernen die kleine Fledermaus „Lucie“ in einer Geschichte kennen, in der kindgerecht über die Schutzbedürfnisse von Fledermäusen informiert wird.

Und immer wieder geht der Blick nach oben, ob nicht doch schon eine Fledermaus ihre Kreise zieht. Aber nein, wieder nur Schwalben, aber dort vielleicht? – Nein, nur ein Star. Aber dann, gegen 20 Uhr lösen die Großen Abendsegler die Schwalben am Himmel ab. Der erste ist nur mit dem Fernglas, weit oben zu sehen. Wir gehen zum Teichufer, denn hier jagen Fledermäuse besonders gern. Auch die Detektoren geben klackernde Geräusche von sich – ein Zeichen, dass Fledermäuse vorbeifliegen, selbst wenn man sie nicht gleich entdeckt! Dann füllt sich nach und nach der Luftraum und wir können die Tiere vor dem ins Abendrot getauchten Himmel bei ihren Jagdflügen beobachten. Die Großen Abendsegler machen ihrem Namen alle Ehre: sie sind durch ihre Größe gut zu erkennen, denn mit 36 bis 37 Zentimeter Spannweite sind sie im Flug so groß wie eine Amsel. Dagegen muss man bei den kleinen Zwergfledermäusen schon genauer hinsehen. Später sieht man auch Wasserfledermäuse ganz knapp über dem Teich fliegen. Inzwischen ist es schon dunkel geworden, aber das „Jagdfieber“ hat uns gepackt. Vielleicht können wir noch mehr Arten entdecken? So geht noch ein Abstecher den Damm entlang. Die Auswertung am nächsten Tag zeigt: Insgesamt konnten wir fünf der 22 in Sachsen vorkommenden Fledermausarten entdecken: Großer Abendsegler, Zwergfledermaus, Mückenfledermaus, Wasserfledermaus und Breitflügelfledermaus (in absteigender Häufigkeit). Inzwischen etwas hungrig, aber fasziniert von diesen nächtlichen Jägern löst sich die Gruppe halb zehn auf. 

Wir bedanken uns bei unseren interessierten Gästen und besonders bei Josepha Ewert für ihre Unterstützung bei dieser gelungenen Fledermausnacht!

 

in Gruppen informieren sich die Besucher am und im Roten Haus - Foto: NABU: Madlen Schimkat
Filmvorführung und basteln am Roten Haus - Foto: NABU: Lutz Hennig
das Abendrot läutet die Zeit der Fledermäuse ein - Foto: NABU: Lutz Hennig
als erstes jagen Abendsegler über den Dippelsdorfer Teich - Foto: NABU: Madlen Schimkat
langsam geht der Fledermausabend zu Ende - Foto: NABU: Madlen Schimkat



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