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Dicht aneinandergedrängt warten die jungen Rauchschwalben auf die Rückkehr ihrer Eltern mit Nahrung. – Foto: Luise Hertel
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Dicht aneinandergedrängt warten die jungen Rauchschwalben auf die Rückkehr ihrer Eltern mit Nahrung. – Foto: Luise Hertel
Bereits im neunten Jahr waren wir 2026 im Landgestüt Moritzburg zu Gast, um das Monitoring der Rauch- und Mehlschwalben weiterzuführen.
Nicht umsonst wurde dem Gestüt im Jahr 2019 die Schwalbenplakette des NABU verliehen: Die Tiere sind in den Stallungen stets willkommen und das Gestüt zeigt seit vielen Jahren großes Engagement für ihren Schutz. Um die Entwicklung der Bestände im Blick zu behalten, werden die Schwalben jedes Jahr zweimal erfasst: einmal zur Erstbrut im Juni und einige Wochen später erneut zur Zweitbrut im Juli.
Bei der diesjährigen Erstbrutzählung Mitte Juni konnten in den Stallungen 53 von insgesamt 67 Rauchschwalbennestern als besetzt festgestellt werden. Damit bewegt sich der Bestand weiterhin auf einem hohen Niveau und liegt sogar leicht über dem Vorjahreswert von 47 besetzten Nestern. Diese Nester lassen sich nicht nur an den kleinen Köpfchen der Küken erkennen, die den anfliegenden Elterntieren entgegengestreckt werden, sondern auch an den charakteristischen Kotspuren unterhalb und neben den Nestern. Einige Jungvögel standen bereits kurz vor dem Ausfliegen und wurden zum Zeitpunkt der Erfassung noch von ihren Eltern versorgt.
Die Zweitbrutkontrolle erfolgte Mitte Juli. Dabei waren 43 von insgesamt 63 Rauchschwalbennestern besetzt. Die Jungvögel befanden sich in sehr unterschiedlichen Entwicklungsstadien: Frisch geschlüpfte Nestlinge, die lediglich mit den Köpfchen aus dem Nest ragten, bis hin zu nahezu flüggen Jungvögeln.
An den Außenwänden der Stallgebäude, an denen die Mehlschwalben ihre Nester errichten, zeigte sich dagegen ein anderes Bild. Zwar sind weiterhin rund 25 Altnester vorhanden, von denen jedoch der Großteil bereits beschädigt oder abgefallen ist. Bei der Erstbrutzählung konnte lediglich ein besetztes, intaktes Mehlschwalbennest festgestellt werden.
Die Erfassung zur Zweitbrut hatte dasselbe Ergebnis: Es konnte erneut lediglich ein von Mehlschwalben angeflogenes Nest festgestellt werden. Darüber hinaus wurden zahlreiche abgefallene Nester sowie ein leicht beschädigtes, jedoch weiterhin funktionsfähiges Nest dokumentiert, das von Haussperlingen besetzt war. Ein Grund für das Ausbleiben eines Nestneubaus könnte der Mangel an geeignetem Nistmaterial sein. Mehlschwalben bauen ihre Nester aus zahlreichen kleinen Lehmklümpchen, die sie mit dem Schnabel aufnehmen. Dafür benötigen sie feuchte Lehm- oder Erdstellen, die leider durch zunehmend trockenere Böden und die Versiegelung von Flächen immer seltener werden.
Schwalben gelten als ausgesprochen brutplatztreu. Viele Tiere kehren Jahr für Jahr an ihren Geburtsort oder ihren bisherigen Brutplatz zurück. Dies zeigt sich insbesondere bei den Rauchschwalben, welche seit vielen Jahren im Landgestüt Moritzburg brüten.
Bestandsentwicklung der Schwalben im Landgestüt Moritzburg seit 2020. – Grafik: Theresia Dittrich
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Bestandsentwicklung der Schwalben im Landgestüt Moritzburg seit 2020. – Grafik: Theresia Dittrich
Die Grafik zur langfristigen Bestandsentwicklung der Jahre 2020 bis 2026 verdeutlicht, dass die Rauchschwalbenbestände im Landgestüt Moritzburg insgesamt bemerkenswert stabil geblieben sind, während bei den Mehlschwalben seit einigen Jahren ein rückläufiger Trend zu beobachten ist. Ob es sich dabei um eine natürliche Bestandsschwankung handelt oder andere Faktoren eine Rolle spielen, lässt sich noch nicht sicher beurteilen. Die Ursachen können vielfältig sein und von Veränderungen des Nahrungsangebots über Nistmaterialmangel bis hin zu Einflüssen in den weit entfernten Überwinterungsgebieten reichen.
Um den Schwalben zu helfen und die Sommerboten und Glücksbringer zu fördern, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Angelegte, feuchte Lehm- und Erdpfützen liefern den Vögeln wichtiges Material für den Nestbau. Bereits eine flache Mulde oder Schale mit feucht gehaltener Erde und Lehm kann den Schwalben im Sommer das Sammeln von Baumaterial erleichtern. Idealerweise befindet sich eine solche „Schwalbenbaustelle“ in der Nähe bestehender Nester und an einem für Katzen unzugänglichen Ort. Kotbrettchen unter den Nestern schützen Fassaden und Böden vor Verschmutzungen und können gleichzeitig das Herabbrechen der Nester verhindern. Besonders wichtig ist auch ein ausreichendes Nahrungsangebot. Da Schwalben ausschließlich Insekten fressen, bieten naturnahe Gärten mit vielfältigen heimischen Pflanzen ideale Voraussetzungen für die eleganten Flugkünstler.
Auch im neunten Jahr der Erfassungen zeigt sich, dass das Landgestüt Moritzburg für Schwalben einen wertvollen Lebensraum darstellt und die eleganten Flugkünstler auch in künftigen Sommern über den Dächern und durch die Stallgebäude ihre Runden ziehen können.
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Ein Alttier der Rauchschwalbe bewacht sein Nest während der Jungenaufzucht. – Foto: Luise Hertel
Ein Alttier der Rauchschwalbe bewacht sein Nest während der Jungenaufzucht. – Foto: Luise Hertel
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Junge Rauchschwalben nach dem Ausfliegen. – Foto: Luise Hertel
Junge Rauchschwalben nach dem Ausfliegen. – Foto: Luise Hertel
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Junge Rauchschwalben warten im Nest auf die Rückkehr ihrer Eltern. – Foto: Theresia Dittrich
Junge Rauchschwalben warten im Nest auf die Rückkehr ihrer Eltern. – Foto: Theresia Dittrich
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Jungtiere bei der Fütterung. – Foto: Berit Wipijewski
Jungtiere bei der Fütterung. – Foto: Berit Wipijewski
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Rauchschwalbe im Stallgebäude des Landgestüt Moritzburg. – Foto: Theresia Dittrich
Rauchschwalbe im Stallgebäude des Landgestüt Moritzburg. – Foto: Theresia Dittrich
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Einziges intaktes und besetztes Mehlschwalbennest. – Foto: Theresia Dittrich
Einziges intaktes und besetztes Mehlschwalbennest. – Foto: Theresia Dittrich
Text: Theresia Dittrich
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