Vom Roten Haus aus konnte auch der typisch lachende Ruf des Grünspechts gehört werden. Die Männchen dieser Art zeichnen sich durch einen roten Bartstreif mit schwarzer Umrandung aus. – Foto: Frederik Albrecht
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Vom Roten Haus aus konnte auch der typisch lachende Ruf des Grünspechts gehört werden. Die Männchen dieser Art zeichnen sich durch einen roten Bartstreif mit schwarzer Umrandung aus. – Foto: Frederik Albrecht
Anlässlich der „Stunde der Gartenvögel“ fand am 8. Mai eine gemeinsame Beobachtungsstunde der Vögel rund um das Rote Haus in Dippelsdorf unter der Anleitung von Frederik Albrecht vom Naturschutzinsititut Dresden statt. Hatte es am Vortag noch anhaltenden Regen gegeben, so zeigte sich das Wetter heute zwar noch kühl und wolkenbedeckt, doch es blieb insgesamt trocken, sodass auch die Vögel am Dippelsdorfer Teich und am Ortsrand von Dippelsdorf heute wieder Gelegenheit zur ausgiebigen Nahrungssuche und für Gesang und Balz hatten.
Die „Stunde der Gartenvögel“, zu welcher der NABU jährlich Anfang Mai aufruft, fand in diesem Jahr bereits zum 22. Mal statt. Durch eine jährlich gleichbleibende Methodik wird die Vergleichbarkeit der Ergebnisse über diesen Zeitraum gewährleistet. Zur Zählung werden innerhalb von einer Stunde alle zu sehenden und zu hörenden Vogelarten erfasst und es wird pro Art die maximale Anzahl der gleichzeitig wahrnehmbaren (d.h. gesehenen oder gehörten) Individuen ermittelt. Dadurch können sowohl deutschlandweit als auch regional interessante Erkenntnisse über die Häufigkeit typischer Brutvögel der Dörfer und Städte gesammelt werden.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begannen in diesem Jahr um 11 Uhr mit einer kurzen Einführung in die Zählmethodik bei der „Stunde der Gartenvögel“ und zum Naturschutzgebiet Dippelsdorfer Teich. Dabei konnten bereits zahlreiche Mauersegler, Rauchschwalben und Mehlschwalben bei der rasanten Insektenjagd über dem Teich beobachtet werden. Hier wurde die Anzahl der gleichzeitig sichtbaren Individuen durch gemeinsames Abschätzen ermittelt. Auch ein Fischadler und ein Eisvogel waren als Highlights kurzzeitig bei der Nahrungssuche am Teich zu beobachten. Dazu gesellten sich je 7 Stock- und Schellenten, ein Höckerschwan, zwei Graugänse und einige Blässhühner. Unter den Singvögeln konnten am Uferbereich des Dippelsdorfer Teiches Blaumeisen, Kohlmeisen, Amseln, Mönchsgrasmücken, Zilpzalpe und ein Pirol gesehen bzw. gehört werden. Als typische Bewohner der Schilfröhrichte am Teich konnten die laut singenden Drosselrohrsänger und die etwas leiser singenden Teichrohrsänger gehört werden. Durch genaues Verfolgen der über dem See fliegenden Schwalben mit dem Fernglas konnten zudem einige Uferschwalben festgestellt werden, die ihre angestammten Brutplätze in der betonierten Ufermauer des Teiches aber noch nicht aufsuchten. In der Nähe konnten weiterhin die typischen Rufe von Kuckuck und Grünspecht gehört werden.
In der Alteichenallee entlang des Teichdammes konnten dann ein Buntspecht und mehrere Stare festgestellt werden. Letztere waren bereits fleißig mit der Versorgung ihrer Jungen beschäftigt, welche aus einem Nistkasten heraus zu hören waren. Eine schöne Beobachtung war zudem ein überfliegender Trupp von zehn Kranichen. Dazu kamen weiterhin ein Schwarzmilan, ein Mäusebussard und zwei Weißstörche, welche aus der Ferne am bekannten Horst in der Dippelsdorfer Ortsmitte ausgemacht werden konnten. Kurz vor Ablauf der „Stunde der Gartenvögel“ konnten dann noch Goldammer, Stieglitz, Hausrotschwanz und Bachstelze in der Umgebung des Roten Hauses festgestellt werden. Dank der Motivation und Dank des genauen Hinhörens und -sehens der Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnte die Liste der festgestellten Vogelarten so noch auf 40 Arten gebracht werden. Als letztes Highlight konnte am Parkplatz am Dippelsdorfer Bahnhof noch ein singender Gelbspötter im Gebüsch festgestellt werden, der gerade erst aus seinem Winterquartier zurückgehkehrt war.
Auch am 9. und 10. Mai kann die „Stunde der Gartenvögel“ in diesem Jahr noch durchgeführt werden. Interessierte Naturbeobachter und Naturbeobachterinnen können dazu nach Belieben eine Fläche wählen und dort nach beschriebener Methodik die wahrnehmbaren Vogelarten ermitteln. Die Ergebnisse können bis zum 18. Mai auf der Webseite des NABU (www.NABU.de/onlinemeldung) eingetragen werden und tragen so zur Vervollständigung eines Einblicks in unsere Gartenvogelwelt bei.